| Von den Anfängen bis zu den Richtern |
| Königtum, Blüte und Niedergang |
| Die Propheten |
| Das Babylonische Exil |
Von den Anfängen
bis zu den Richtern
Verschiedene Nomadenstämme des Nahen und Mittleren Ostens ziehen im Lande Kanaan umher. Ungefähr im Jahre 1900 vor d. Z. wandert die Sippe des Abraham aus dem im Norden Kanaans gelegenen Zweistromland ein.
Die Sippe wächst. Abrahams Kinder Jizchak und
Ismael begründen eigene Völker. Jizchaks Sohn Jakob wandert wegen einer Hungersnot ca.
im Jahre 1750 vor d.Z. nach Ägypten weiter. Seine Nachkommen - das Volk Israel - wird
unter den Pharaonen versklavt.
Unter seinen Anführern Moses und Aaron ziehen die Israeliten um ca. 1200 vor d.Z. aus Ägypten über das Rote Meer durch die Wüste Sinai wieder ins Land Kanaan zurück.
Während dieser Wüstenwanderung offenbart sich
Gott dem Volk Israel. Moses empfängt die Gesetzestafeln mit den Zehn Geboten auf dem Berg
Sinai. Unter Moses' Nachfolger Josua besiedeln die
Israeliten um ca. 1200 vor d.Z. das Land Kanaan. Sie bilden mittlerweile 12 Stämme und
werden während den nächsten 200 Jahren von Richtern regiert.
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Königtum, Blüte und Niedergang
Auf Wunsch des Volkes krönt Samuel, Priester im Heiligtum zu Schilo, um das Jahr 1050 vor d.Zt. Saul zum 1. König Israels. Der neue König vereinigt die Stämme zu einem Volk.
König David macht um ca. 1000 vor d.Zt. Jerusalem zur Hauptstadt und weitet sein Königreich aus. Er verleiht dem Staatsgebilde organisatorische Strukturen und besiegt verschiedene feindliche Völker, so die Philister.
Die Figur König Davids ist bis heute als mythische Figur im Bewusstsein der Juden als Erinnerung geblieben. Ihm wird die Verfassung der Psalmen zugeschrieben.
Davids Sohn, König Salomo ( um 970 - 928 vor d Z.) führt die
Zentralisation weiter, nachdem er aus Kämpfen um die Nachfolge Davids siegreich
hervorgegangen ist. Mit grossem Aufwand lässt er in der Hauptstadt Jerusalem einen Tempel
bauen. Mit den umliegenden Staaten knüpft er zahlreiche Handelsverbindungen. Er gilt als
einer der weisesten Männer seiner Zeit. Die jüdische Tradition schreibt ihm die Bücher
Mischlej, Koheleth und Schir Ha-Schirim das alten Testamentes zu.
Nach vielen Jahren der Kriege mit den umliegenden Völkern, herrscht zur Regierungszeit Salomos eine Periode des Frieden und der Ruhe.
Mit Salomos Tod endet die Blütezeit. Es brechen Wirren um die Nachfolge aus, nicht zuletzt aus Rivalität unter den Stämmen. Das Reich Salomos bricht entzwei.
Im Südreich, welches den grossen Stamm Juda, der
dem Land seinen Namen gibt, umfasst, bleibt die Dynastie König Davids an der Macht. Es
hat Jerusalem zur Hauptstadt. Der Tempel , der religiöse Mittelpunkt der Juden, liegt
somit auf seinem Gebiet.
Das Nordreich nennt sich Israel und umfasst die anderen, kleineren Stämme und wird von immer wieder wechselnden Herrschaftshäusern regiert.
Durch die Gemeinsamkeiten der Herkunft, Kultur und Religion, verbünden sich Nord - und Südreich immer wieder. Doch die immer mächtiger werdenden Reiche der Skythen, der Ägypter (siegreich in der Schlacht bei Meggido 608 vor d.Z.) und der Babylonier stellen eine wachsende Bedrohung dar.
Im Jahre 586 vor d. Z. erobert der babaylonische
König Nebukadnazer Jerusalem, zerstört den Tempel (am 9. des jüdischen Monats Aw),
lässt den König blenden und führt den Grossteil das Volkes ins Exil nach Babylonien.
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Während der Zeit der Richter und der Könige ist das Prophetentum eine wichtige und einflussreiche Erscheinung im inneren Leben des Volkes Israel.
Moses wird als erster Prophet angesehen. Zu späteren Zeiten stachen immer wieder Einzelpersönlichkeiten heraus, denen das Volk besondere Fähigkeiten des Sehens, Wahrnehmens und Kommunizierens mit Gott zusprach. Diese Frauen und Männer stellten religiöse und moralische Autoritäten dar, nicht selten in Opposition zu den Herrschenden.
Um 870 vor d Z. lebt der Prophet Elias und wird zum Gegenspieler des Königs Ahabs und der Königin Isebel, welche dem Götzendienst huldigte.
Jesaja erlebt die Wirren des Nord- und Südreiches. Mit seiner gewaltigen Sprache deutete er das Geschehen als Weltgericht Gottes.
Hundert Jahre später stellt Jeremias den letzten
grossen Propheten dar. Die Tragik seiner Person lag darin, unerhört zu bleiben. Beim Fall
seines über alles geliebten Jerusalems verfasste er er ein Klagelied. Er musste
schliesslich nach Ägypten in Exil, wo sich seine Spur verlor.
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Die Stämme Juda und Binjamin werden nach der Zerstörung des Südreiches in die Gefangenschaft nach Babylonien geführt. Die zehn anderen Stämme des Nordreiches sind bereits früher in alle Windrichtungen verjagt worden und sind seither verschollen.
Im Exil muss sich das Volk der Juden eine neue Identität geben und seine Religion neu definieren, denn der Tempel in Jerusalem ist zerstört, somit das Zentrum des religiösen Kultes verloren.
Als Ersatz für die Opfer traten die Gebete. Das Judentum begann die heute geläufige Ausprägung anzunehmen.
Zwei Persönlichkeiten stützten das Volk im
Exil. Der Prophet Ezechiel, ursprünglich Priester, kämpfte gegen die
Hoffnungslosigkeit. Der "2. Jesaja" genannte Prophet verhiss
dem Volk die Erlösung und erklärte dessen Leiden als Voraussetzung für die
Erlösung.
Der Perserkönig Cyrus erobert im Jahre 538 vor
d.Zt. Babylon und erlaubt den Juden die Rückkehr in ihre Heimat.
(Fortsetzung folgt)
